Balkonsichtschutz aus Bambus – das besondere Naturmaterial

Wer sich einen Balkon geschaffen hat, der sucht die Nähe zur Natur. Da ist es nur logisch, wenn sich die Bewohner auch mit natürlichen Materialien umgeben wollen. Balkonsichtschutz verhilft zu Privatsphäre und schützt vor Wind und Sonne. Doch es muss nicht die übliche Kunststoffmatte sein, die mittels Ösen am Geländer befestigt wird. Hier möchten wir zeigen, wie interessant das Naturmaterial Bambus ist und wie sich die „Grüne Oase“ auch auf dem Balkon verwirklichen lässt.

Bambus – eine faszinierende Pflanze

Bambus wird schon seit Jahrtausenden kultiviert. Heute können ganze Gebäude aus Bambus gefertigt werden. Berühmt wurde der Kolumbianer, Simon Velez, der auf der EXPO 2000 in Hannover mit seinem Bambuspavillon begeisterte. Auch in den Gebäuden werden beispielsweise Möbel und Parkettböden aus Bambus gefertigt. In China werden selbst für den Bau höchster Wolkenkratzer Gerüste aus Bambushalmen eingesetzt. Unser TÜV wäre hier sicher nicht begeistert, aber die Sache funktioniert dort einwandfrei.

Naturfreunde legen großen Wert auf den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Nachhaltigkeit. Hier punktet der Bambus ein weiteres Mal. Bambus wird auch gerne als „Gras, das in den Himmel wächst“ bezeichnet. Es handelt sich demnach um einen schnell nachwachsenden Rohstoff. Bei einigen Sorten lassen sich selbst in unseren Breitengraden innerhalb eines Tages Zuwächse von bis zu 40 cm beobachten.

In freier Natur südlich der Alpen kann der Bambus eine Höhe bis zu 20 m und mehr erreichen. Für Balkonbesitzer ist jedoch von entscheidender Bedeutung, dass sich der Bambus auch als Kübelpflanze eignet. Es sind allerdings ein paar Punkte zu beachten. Auch gibt es weitere Möglichkeiten einen Sichtschutz aus Pflanzen zu formen.

Tipps zur „Kübelpflanze“ Bambus

Noch immer herrscht mancherorts die Meinung vor, dass Bambus im Kübel „nicht funktioniert“. Natürlich wird der Bambus nicht Höhe und Umfang erreichen, die in freier Natur möglich sind – muss ja auch nicht sein. Inzwischen sind im Handel winterharte Sorten erhältlich, die sich auch im Pflanzkübel wohlfühlen. Und bei entsprechender Pflege kann eine Wuchshöhe bis zu vier Metern erreicht werden. Wichtig! Das Pflanzgefäß muss groß genug sein und sollte über einen Inhalt von 60 Liter und mehr verfügen.

Außerdem empfiehlt sich eine nach oben hin breiter werdende Form. Diese hat den Vorteil, dass sich der Bambus später, zwecks Teilung, leicht und ohne Beschädigung herausnehmen lässt. Denn in Abhängigkeit von der jeweiligen Sorte werden sich die Rhizome der Pflanze mehr oder weniger schnell ausbreiten. Und auch bei der Präparation des Pflanzkübels gilt es einiges zu beachen.

So gelingt das Einpflanzen und Pflegen

Zunächst sich dem Boden des Pflanzgefäßes widmen und dort Wasserabzugslöcher bohren. Denn Bambus verträgt keine Staunässe! Die Löcher jedoch nicht zu groß Bohren (maximal 5 mm) damit die Rhizome nicht ausbrechen. Dann geht es an den Inhalt. Zuerst eine Drainageschicht gegen Staunässe einbringen. Dabei kann es sich um Hydrokugeln, Kies oder Seramis handeln. Darauf kommt das Zuschlemmvlies. Im Anschluss wird der Pflanzkübel mit humusreicher Erde aufgefüllt. Das Erdsubstrat muss von hoher Qualität und reich an Nährstoffen sein. Im Handel werden entsprechende „Bambuserden“ angeboten.

Ebenso muss die Pflanze mit mineralisch-organischem Bambusdünger versorgt werden. Dadurch kann die Pflanze sogar zwei Jahre im gleichen Kübel verbleiben. Wenn der Ausbreitungsdrang durch die Rhizome zu groß wird, einen Teil der Pflanze entnehmen und frei werdenden Platz mit frischer Erde auffüllen. Da im Winter für das Wurzelsystem ein Frostrisiko besteht, das Pflanzgefäß mit Styropor, Luftpolsterfolie oder Kokosmatte isolieren.

Balkonsichtschutz Bambus Bambusmatte    Balkonsichtschutz Bambus Pflanzen
Als Bambusmatte oder direkte Pflanze ist der Bambus als Balkonsichtschutz geeignet

Bambus – eine Pflanze, mehrere Sichtschutzmöglichkeiten

Sie schönste Variante, Bambus als Sichtschutz einzusetzen, ist sicher die gepflanzte Form in entsprechenden Kübeln. Da Bambus auch im Pflanzgefäß relativ schnell wächst, müssen sich die Bewohner nicht allzu lange gedulden, bis wirksamer Sichtschutz entsteht. Wer sich die Pflege der Pflanze sparen und den gewünschten Effekt ohne lange Umschweife erzielen will, kann sich den Balkon auch mit Bambusmatten verkleiden. Im Handel stehen verschiedene Qualitäten und Ausführungen zur Verfügung. Die Matten werden aus ganzen Bambusrohren in verschiedenen Stärken oder auch in der günstigeren Variante „gespalten“ angeboten.

Die einzelnen Bambusstäbe sind entweder mit Draht verwebt oder aufwendiger mit Draht durchbohrt. Gängige Größen der Bambusmatten entsprechen 2,50 m Länge bei Höhen bis zu 2,00 m. Wie bereits erwähnt, verträgt Bambus keine Staunässe. So empfiehlt es sich, die Matten mittels Bindedraht und etwas Abstand zum Balkonboden am Balkongeländer zu befestigen. Dann erweist sich der Sichtschutz aus Bambus als ein extrem robustes, widerstandsfähiges und langlebiges Naturprodukt. Viel Spaß auf dem privaten und geschützten Balkon.