Französischer Balkon – Wohnfeeling wie in Frankreich

Balkone sind vor allem für Stadtbewohner ein Ersatz für den nicht vorhandenen Garten. In der warmen Jahreszeit spielt sich dort ein großer Teil der Freizeit ab: Man frühstückt gemeinsam, hält seinen Kaffeeklatsch oder macht am Wochenende eine Grillparty.  Für alle diese Anlässe bietet der erweiterte Wohnraum ausreichend Platz. Das ist bei dem sogenannten Französischen Balkon allerdings nicht der Fall.

Unechte Balkone

Bei Französischen Balkonen handelt es sich um einen schmalen Austritt, der sich vor einem bodentiefen Fenster befindet. Der Vorbau ist mit einem Geländer oder dicken Glas gesichert. Wie man unschwer am Namen erkennen kann, wurde der Mini-Balkon in Frankreich erfunden. Er stammt von den Erscheinungsbalkonen der französischen Adelsschicht ab. Sie zeigten sich dort nämlich zu besonderen Anlässen ihrem Volk. Die baulichen Hauserweiterungen werden immer dann vorgenommen, wenn der Bauherr zwar ein hohes Fenster, jedoch keinen erkömmlichen Vorbau haben möchte.

Französischer Balkon     Französischer Balkon
Der französische Balkon in traditioneller und moderner Bauweise

 

In diesem Fall sind die Pseudo-Balkone sogar gesetzliche Vorschrift. Ihr massives und fest montiertes Gitter soll dafür sorgen, dass man nicht versehentlich in die Tiefe stürzt. In Innenstädten sind die Anbauten dort vorgeschrieben, wo der Platz für einen Austritt herkömmlicher Bauart nicht ausreicht. Außerdem haben die Pseudo-Balkone natürlich auch eine ästhetische Funktion: Sie verschönern die Fassade des Hauses, wenn ihr Stil und die Baumaterialien optimal zur Gesamtoptik des Gebäudes passen.



Dort, wo es technisch machbar ist, schmücken die Bewohner sie mit aufgestellten Blumenkübeln oder an das Balkongeländer gehängten Blumenkästen oder Balkonpflanzen. Auch Töpfe mit provenzalischen Kräutern findet man häufig auf den baulichen Erweiterungen. Obwohl fachgerecht konstruierte und montierte unechte Balkone recht solide sind, sollte man sie dennoch besser nicht betreten.

 

Aussehen und Aufbau von einem französischem Balkon

Ein französischer Balkon hat je nach Bauart Geländer, die sich in 20 und mitunter sogar bis zu 30 cm Abstand von der Hauswand befinden. Derartige Häuser ähneln dann denen, die man in den südeuropäischen Ländern findet. Der vorhandene Platz auf den Bodenplatten reicht aus, den Vorbau üppig mit Blühpflanzen zu dekorieren. Meist werden die Geländer jedoch direkt vor dem großen Fenster angebracht. Man baut die Zierbalkone idealerweise so, dass sie optisch mit der Hausfassade und dem bodentiefen Fenster harmonieren. Daher findet man an Altbauten oft gusseiserne reich verzierte Geländer.

Die Metallgitter sind oft romantisch-verspielt oder zum Beispiel im Stil des Art Déco, wenn das Gebäude aus den 1920-er Jahren stammt. Bei Häusern, die in den letzten Jahrzehnten errichtet wurden, trifft man meist auf bruchfestes Sicherheitsglas anstelle des metallenen Sicherheitsgeländers. Teilweise undurchsichtige, metallgestützte oder mit Metallrahmen eingefasste Glasscheiben schützen zugleich vor allzu neugierigen Blicken.

Metallgitter zum Schutz vor dem Absturz aus großer Höhe sind aus

– lackiertem Schmiedeeisen
– verzinktem Edelstahl oder
– Rohstahl

gefertigt.

Baurechtliche Vorschriften

Bei der Gestaltung seines Zierbalkons hat der Wohnungsmieter oder Inhaber keinerlei gesetzliche Vorschriften einzuhalten. Anders sieht es jedoch bei der Höhe des Geländers aus. Wie hoch das Balkongitter sein muss, ist in der Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes festgeschrieben. Befindet sich das bodentiefe Fenster auf einer Höhe von weniger als 12 Metern über dem Erdboden, muss das Gitter mindestens 90 cm hoch sein.

Liegt es jedoch noch weiter oben, ist eine Geländer-Höhe von wenigstens 110 cm vorgeschrieben. Sicherheitsgitter vor Wohnungen oder Räumen, die von Familien mit kleinen Kindern bewohnt werden, sollten eng stehende Längs- und Querstreben haben oder aus einer durchgehenden Glasplatte bestehen. Außerdem muss der Zierbalkon mit Schrauben absturzsicher im Mauerwerk befestigt sein. Bei Gittern, die an Fensterrahmen montiert sind, sollte das Fenster natürlich dementsprechend sicher in die Hauswand eingebaut sein. Außerdem benötigt man bei dieser Montageart Spezialschrauben. Mieter, die im Nachhinein ihr Balkongitter durch ein anderes ihrer Wahl ersetzen möchten, sollten zuvor von ihrem Vermieter eine Genehmigung einholen.